(Blogparade) Blogger machen Mut



Eine kurze Einleitung meinerseits, zu dieser Blogparade

"Blogger machen Mut -Mein Leben mit/ als..."

auch wenn einige sie bereits mit verfolgen, was uns natürlich sehr freut. Denn genau darum geht es, anderen zu zeigen
- Hab Mut, Nur zu, Trau dich, Auch du kannst es schaffen, wir sind alles bloß Menschen, Du bist gut so wie du bist, Du bist wertvoll und einzigartig -

Die hier präsentierten Themen bleiben neben vielerlei Dingen im Alltag leider noch immer recht 'unangetastet' und doch ist es wichtig, es zu verstehen und nicht zu verurteilen.
Es hat so ein bisschen was von 'die eigene Maske fallen zu lassen', die wir doch zunehmend heutzutage im Alltag tragen, um uns zu schützen oder aber als Verteidigung vor Mitmenschen die verständnislos über alles hinwegtrampeln, was sie nicht verstehen und nachvollziehen können.




Viele kennen mich als nettes, braves, ruhiges und schüchternes Mädchen -heute eine Frau, die scheinbar genau weiß was sie tut, die 'alles' hat, was so im Leben ein 'normales' Ziel sein kann.
Und doch haben nur ganz wenige eine Ahnung, wie schwer es war, ICH zu sein, die ich heute bin (selbstkritisch mit sich noch immer...)

Hier bin ich auch schon beim Thema "Mein Leben und mein ständiger innerlicher Kampf um zu mir selber zu finden".

Ich erinnere mich gern zurück oder schaue auf Fotos als ich Kind war, eingeschult wurde, wie ich immer am lächeln war, mir anscheinend nichts peinlich war und ich mich nicht fühlte als würden mich dauernd alle anstarren.

Ein trauriges Gefühl legt sich oft in mir nieder, was würde ich nur dafür geben, einfach wieder 'frei und unberührt' von allem zu sein. Ich versuche es, oftmals krampfhaft, manchmal so. Es gelingt durchaus ab und zu. Wenn ich z. B. total erschöpft bin, dann höre ich auf mir über alles mögliche Gedanken zu machen und tue es einfach. Danach bin ich ganz stolz auf mich: "Ach, wenn ich nur öfters so unbeschwert sein könnte..."

Mir ist total klar, dass dieses "wenn ich nur.../ hätte ich nur..." reine Zeitverschwendung ist und mich meine pure Lebenszeit kostet, die ich nie wieder zurück bekomme, um diese Zeit womöglich zu genießen. Bis heute kann ich erahnen, warum ich mein tiefes Lachen verlor, das Leben zeichnet einen durch die Erfahrungen. Anfangs in der Schule war ich einfach lebensfroh, aber auch schon immer etwas anders als viele anderen. Schon als Kleinkind brach ich bei einem bösen Blick gleich in Tränen aus oder wich zurück. Man konnte mir also schon immer ansehen, dass ich als gutes Opfer tauge und dass ich ruhig und schüchtern bin. Das sollte sich auch lange lange Zeit nicht ändern.




Ich wusste für mich eigentlich schon immer was ich wollte (Karriere, Beruf, keine Kinder, keinen Mann) - einfach nur ich!
Vielleicht auch weil ich damals schon früh sah, dass meine Mutter mich und meinen Bruder zwar liebte, aber insgeheim doch wohl einiges hätte anders machen wollen. Ich war geradezu fanatisch und versessen, es einfach anders und für mich besser machen zu wollen, setzte mich durch und begann mit 18 meine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, auch wenn viele sagten: "Mach was einfaches, das ist viel zu hoch gegriffen!" Ich versteh bis heute nicht, warum solche Aussagen kamen.
Oder hatten sie vielleicht eine Vorahnung?

Zu zielstrebig, zu verbissen, zu perfektionistisch auch das kenne ich seit eh und je an mir.
Wenn mich etwas belastete hatte ich immer keinen Appetit mehr (auch heute noch), ich wollte nicht mehr zur Ausbildung, weil gemeine Gerüchte erzählt wurden, weil ich nicht mehr beschützt werden konnte - von meiner Familie -, speziell mein Vater legte die Hand über mich, was meine Mutter erzürnte, denn es gibt ja auch noch einen Sohn.
Ich dachte früher schon oft viel nach und hatte irgendwie einen feinen Instinkt, ein feines Gespür im Bezug auf andere Menschen.
Aber meine glückliche Familie fiel auseinander, Scheidung/ mein Vater nervlich angegriffen und das auch schon zuvor, so sollte es wohl ?eines? der Kinder vererbt bekommen haben!? Bis zu diesem Zeitpunkt oder vielleicht auch schon viel früher, hatte ich mein Lächeln verloren. Aber wo nur?
Meine Lehrerin meinte oft: "Wenn du lachst, dann geht die Sonne auf!" Ich war mir dessen irgendwann auch bewusst, aber wie nur, wie wenn ich nur weinen konnte. Und warum? Das wusste ich nicht, aber ich hatte doch alles gehabt...

Jetzt die Familie entzweit, ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, es war die Hölle, ich wollte weinen, konnte aber irgendwann einfach nicht mehr. Ich hatte buchstäblich keine Tränen mehr. Waren sie alle verbraucht?
Es war einiges passiert und gegenwärtig war "war of nerves" (deutsch: Nervenkrieg).
Hier hatte ich damals ein gleichnamiges Gedicht geschrieben, denn schreiben half mir den Schmerz abzubauen. Aber nicht lange...
Ich wollte schreien, laufen, weinen, alles gleichzeitig und doch war ich zutiefst erschöpft und zog mich zurück. Ich konnte kaum unter anderen sein, konnte mich nicht beruhigen, war immer aufgeregt, wohl wegen den ganzen Geschehnissen. Und da es mir nicht gelang, mich zu beruhigen, zitterte ich fürchterlich. Es hat sich so vieles innerlich angestaut, aber ich kann's nicht abbauen. Irgendwann konnte ich es, ich hatte es bei einer Klassenkameradin gehört (irgendwie zog mich das melancholische an), es war kurz, ein Schmerz, ein brennen und dann war gut. Ich sah rot!
Später war es länger, langsamer, ich wollte es nicht so schnell vorübergehen lassen und da war es wieder -rot!
Ja, ich hatte meine Tränen wieder, ich spürte mich, ich war lebendig und sah was ich tat. Jetzt ging's mir gut, wenn auch nur für kurze Zeit. Vor Wut zeigte ich es, hielt es meiner Familie vor die Augen. Ich sei krank und wäre nicht normal, man müsste mich einweisen lassen kam nur zurück.




Tja, aus heutiger Sicht "Ja" und "Ja ich bin auch nur ein Mensch"!

Mein zukünftiger Mann lernte mich so kennen und lieben, er hatte vieles mitbekommen. Recht schnell zog ich vorerst zu ihm. Es war endlich mal alles toll, er gab mir Schutz, Ohren, Augen, Hände, Wärme, eine Schulter und unheimlich viel Geduld die er mit mir hatte.

Aber spätestens in unserer ersten gemeinsamen Wohnung sollte es vorbei sein?
Ich erinnere mich daran, als er sagte: "Ich kann so nicht mehr!" "Du machst auch mich fertig und ich kann dich so nicht sehen!" "Hol' dir Hilfe"!
Wir beide weinten...
Das war der letzte Tag an dem ich es tat! Ich war in Gesprächsbehandlung...

Einfach würde es trotzdem nicht werden. Wir zogen in unsere zweite Wohnung
Was hatte ich nun? Fremde Stadt, ohne Familie oder Freunde. Gut, auf Familie konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht. Ich wollte weg, einfach weit weg -Abstand-.

War das ein Kurzschluss, worunter ich selber leiden würde, es selber nur noch nicht ahnte?

Ich hatte verschiedene Jobs, hier und da und da, es scheiterte immer an etwas, so dass ich doch wieder nichts hatte. Dann durfte ich mir anhören: "Siehst du, was du von deiner zu hoch gegriffenen Ausbildung hast?" "Hättest du mal was normales erlernt!"

Aber dann endlich nach knapp 3 Jahren bekam ich die Chance, den Vorgesetzten, den ich nie hatte, den ich auch noch zu schätzen lernen würde. Auch hier kein Zuckerschlecken, schnell sahen manche 'mit der kannst du es ja machen, die ist eh ruhig'.
Ein 3/4 Jahr und ich merkte, dass ich unter Schlafstörungen litt, ständige Unruhe in mir verspürte, sehr empfindsam/ dünnhäutig und feinfühlig war, sah mich als minderwertig an, hatte "dysfunktionale Gedankengänge" - negative, alles oder nichts Gedanken -,
schlichtweg ich saß da und weinte ohne ersichtlichen Grund, hatte keinen Appetit mehr, hatte Antriebsschwierigkeiten/ Gleichgewichtsstörungen, konnte mir einfach nichts mehr merken, nicht mehr lesen, war ständig müde etc.
Ich fühlte mich schlicht einfach zutiefst leer und hatte absolut nichts mehr zu geben und zog mich wieder komplett zurück.
Was war nur los mit mir? Ich muss mich doch zusammenreißen und weiter funktionieren, weiter die Probleme von anderen anhören, als Mülleimer hinhalten und alles abnicken. Es überrollte mich!

Im Traum hatte ich oft das Bild von einem großen runden Stein, der auf mich zugerollt kommt.

Auf Nachdruck durch meinen Verlobten, der meine Wut- Schrei- & Heulattacken nicht mehr ertrug, ging ich ins Krankenhaus. Zuerst waren wenige Tage angesetzt, sonst hätte ich mich wahrscheinlich nie freiwillig einweisen lassen, im ganzen war ich dann 5 1/2 Wochen dort.

Kein Kontakt nach außen der mich aufwühlte, keine anstrengenden Telefonate, keine großen Besuche einfach erst mal dort ankommen.
Es gab von morgens bis abends Programm, ich erlernte Autogenes Training, Walken, aber auch meine Gedanken/ Gefühle in Bildern zu präsentieren. Es standen Gesprächstherapien an, wöchentliche Diagnosen und Berichte.

Hier sieht man, wer wahre Freunde sind, wer einen besucht, einen begleitet, zuhört. Es waren durchaus sehr schwierige Wochen, ich habe viel gesessen und nachgedacht und bin ständig mit tränenden Augen umhergegangen und es musst mir dort endlich nicht peinlich sein.
Zeitgleich waren es auch schöne Erfahrungen, ich lernte verschiedene Menschen und ihre Geschichten kennen, nahm eine Menge an Wissen mit, aber wieder raus 'ins Leben zurück', dass ließ die Angst in mir hochkommen.
Nichts desto trotz, mein Vorgesetzter rechnete mit mir auch weiterhin, nach dem ich allen Mut zusammengenommen und ihm erzählt hatte, was los ist.
"Wir rechnen weiterhin mit dir" sagte er.
Das gab mir Mut, Freude, Zuversicht für die Zukunft, auch wenn es weiterhin hieß - hinein in die Großstadt zu pendeln. Auch hatte ich etwas über die 'soziale Phobie' gelernt, was mir bis dahin nicht in den Sinn gekommen wäre, erklärte allerdings diese Hitzewallungen, das Gefühl kaum Luft zu bekommen, Schluckschwierigkeiten, einfach diese innere Panik...
Heute weiß ich ruhig und tief atmen und Ruhe bewahren, auch wenn es oft noch zur Zerreißprobe wird, aber was kann mir passieren?
Ich hab' diese Frage gelernt 'Was kann hier jetzt im schlimmsten Fall passieren?' und mich damit auseinander zu setzten.
Darauf bereite ich mich gedanklich vor, setze mich mit allen Eventualitäten auseinander und dann kann ich dementsprechend reagieren.

Aber mein Leben, das kann mir Situation XY nicht nehmen
oder
ich habe von Person XY nichts zu erwarten, er/ sie kann mir nichts

Selbst wenn jemand lästert, ja dann merkt man, wie unzufrieden sie eigentlich mit sich selber sein müssen um davon abzulenken.

Das bin ich heute nach über 3 Jahren (ich sehe die meiste Zeit die Sonne am Horizont)

Ich bin hier bei mir GANZ IM HIER UNG JETZT und nur das zählt. Was gestern war und morgen kommt kann ich doch jetzt noch nicht beeinflussen. Ich zeige klare Grenzen auf, ich zeige, dass auch ich wertvoll als Mensch bin, ich kann klarer meine Meinung äußern und stehe zu mir -zu meinen Stärken und Schwächen. Ich beschäftige mich viel mit der Psyche des Menschen, lese viel darüber was die Seele stark macht, Wege aus dem Stress heraus... und dennoch habe ich Rückfälle und muss mich immer wieder rausnehmen, daran erinnern und klar machen auf was es ankommt.

Manche denken ich sei arrogant, nur weil ich die Hand hebe und sage: STOP!
Das zeigt auf: Halt! Du bist dabei meine persönliche Grenze zu überschreiten, keinen Schritt weiter. Auch wenn mich manchmal dabei die Angst durchströmt, was kann passieren? In Situationen wo ich mich arg unwohl fühle, bereite ich mich bei fremden Menschen die mir recht sonderbar vorkommen auf alles vor, sei es 'er greift mich an...'
Dadurch bin ich dann sehr angespannt und es kostet enorm Kraft und so möchte ich doch gar nicht sein, aber zurzeit muss es sein -noch-.

Meine richtige und tiefe Freude und Entspannung habe ich in meiner Leidenschaft zur Visagistik entdeckt. Es lässt mich 'flüchten', mich träumen, mich ausleben und entfalten.
Hier muss ich mich nicht verstellen.

Das ist mein Ziel, mein großer Wunsch: Diese Leidenschaft zum Beruf zu machen! Etwas Erfolg dazu wäre natürlich auch sehr schön :)

Die Idee und den Vorschlag zu dieser tollen Blogparade hatte die liebe Franzi, deren Beitrag und auch der der anderen Blogger/ innen könnt ihr per klick lesen.
Jeder berichtet mit der eigenen Geschichte, die einen richtig in den Bann zieht.






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Kommentare

  1. Wirklich bewegender Blogpost und ich kann soooo viel nachempfinden.
    Ich finde es toll, dass du die Erinnerung aufgewühlt hast und es hier veröffentlichst.
    Dazu gehört Mut, aber auch Selbstvertrauen. Das hast du hier bewiesen.
    Und vor allem Vertrauen auf das, was noch kommt.
    Ich glaube, dass du einigen deiner Lesern damit Mut gemacht hast.

    Bleib tapfer!

    L.H.P. (Kim)

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    1. Vielen Dank für die lieben Worte Kim! :) Es hat mich in der Tat ganz schön Überwindung gekostet, weil es nur die engsten Freunde wissen, aber alles bis ins Detail eigentlich keiner so richtig, was ich empfunden habe, womit ich kämpfe und was mich belastet(e). Aber ja, ich habe den Mut zusammen genommen Stift und Zettel in die Hand und einfach drauf los geschrieben, es sprühte nur so aus mir raus bis in die Nacht hinein. Wenn ich ihn mir selber durchlese, berührt es mich sehr und ich werde nachdenklich.
      Freue mich über deine lieben Worte! :)

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  2. Als ich Deinen Post las, konnte ich mich vollkommen in Deine Situation hineinversetzen. In meinen jungen Jahren, ging es mir ähnlich und es war ein schwerer dornenreicher Weg zu mir selbst zu finden. Auch heute noch habe ich manchmal damit zu kämpfen mich nicht selbst zu zerstören. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft, dass Du ganz oft die Sonne siehst und Deine Träume verwirklichen kannst.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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    1. Ich danke dir sehr Ulrike für deine Worte. Ich denke man lernt nie aus und es wird immer wieder etwas geben was einen vom hocker rei0t, nur weiß ich heute besser damit umzugehen und vertraue viel mehr auf mich selber und auf meinen körper was er mir sagt, wie ich mich fühle... für diese Erkenntnis bin ich unheimlich dankbar und ich denke, es musste so kommen, sonst hätte ich das, wie ich mir selber jetzt vertraue, nie gelernt. ich glaube, dass alles irgendetwas gutes hat, auch wenn man es nicht gleich sieht.
      Freue mich über dein Kommentar! :)

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